Freit Eich, Ihr Leit! Eine letzte Bastion musikalischer Tabuzonen wird gestürmt! Ganz unbemerkt machen sich fünf Freunde aus dem Erzgebirge daran, den verstaubten Fundus erzgebirgischer Liedkunst aufzupolieren. Neben dem Nachlass Anton Günthers, finden auch andere Liedermacher und Volksweisen Eingang in das nicht ganz alltägliche Musikprojekt. Altbewährtes wie Akkordeon oder Trompete, aber auch Schlagzeug, Bass und Synthesizer finden ihren Platz in den teileweise neu arrangierten Stücken. Die Interpretationsspanne bewegt sich dabei von modern bis traditionsgemäß. Ihre Lehrjahre in verschiedenen musikalischen Formationen (RoboGünther diestahlmaschine, Skaropramen, Petra, Runkx) haben die Bandmitglieder zum Glück schon hinter sich gebracht. Das erklärt auch, warum die Fünf so frisch und unkonventionell an die Umsetzung der zum Teil über hundert Jahre alten, mundartlichen Lieder gehen. Gekonnt wird hier und da gejazzt („Es Annl mit´n Kannel“, 1903), gerockt („Wu de Wälder haamlich rauschen“, 1905) und gedänzt („De Neie Mode“, 1926). Die Themen der „alten“ Lieder sind dabei aktuell geblieben und die zeitgemäße Interpretation vermag es, die Sehnsüchte und Probleme von einst in das Heute zu transportieren. Der Blick ins Weite, das Rauschen im Wald und gemütliches Beisammensein mit Freunden („Hutzen“) sind nach wie vor Momente, nach denen sich auch die „Jungen“ sehnen. Was sich wie eine Aneinanderreihung von Gegensätzen anhören mag, fügt sich bei den Live-Auftritten zu einem Ganzen: Musik, die auf der Straße oder einer Hochzeit genauso funktioniert, wie auf größeren Bühnen. Und während die Jungen das Tanzbein schwingen, schunkeln die Alten in freudiger Erinnerung… Glück auf!